
Band 7 von 11
Warum zeigt mir die App genau das?
Der Algorithmus
ab 7 Jahren
Das knacken die drei
- 1Jeder kriegt seine eigene Startseite. Keiner sieht dasselbe.
- 6Es gewinnt nicht das beste Video. Es gewinnt das klebrigste.
- 10Die App rät nur. Füttern tust du — mit Klicks und Minuten. Der Chef bist du.
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- 1Jeder kriegt seine eigene Startseite. Keiner sieht dasselbe.
- 2Detektivinnen raten nicht. Wir testen.
- 3Der Sortierer in der App kennt mich nicht. Nur, was ich klicke und schaue.
- 4Ein Algorithmus ist ein Rezept für Computer. Er zählt, er versteht nicht.
- 5Die App liest keine Gedanken. Sie vergleicht dich mit Millionen anderen.
- 6Es gewinnt nicht das beste Video. Es gewinnt das klebrigste.
- 7Die App ist gratis. Ich bezahl nicht mit Geld. Ich bezahl mit Zeit.
- 8Der Überraschungsklick: Wir klicken im Feed absichtlich was ganz anderes an als sonst.
- 9Der Feed ist ein Spiegel: Er zeigt vor allem, was du ihm zuletzt hingehalten hast.
- 10Die App rät nur. Füttern tust du — mit Klicks und Minuten. Der Chef bist du.
Weiterforschen
Willkommen
Warum zeigt mir die App genau das? — du hast es gelöst.
Du weißt jetzt, wer deine Startseite zusammenstellt: kein kleiner Mann, kein Lauscher, kein Zauber. Ein Sortierer, der zählt, was du anklickst und wie lange du dranbleibst — und daraus rät, was dich am längsten kleben lässt. Er kennt dich nicht. Er zählt dich. Und gefüttert wird er von dir.
Merksatz: Die App rät nur. Füttern tust du — mit Klicks und Minuten. Der Chef bist du.
Das Feed-Detektiv-Protokoll zum Ausdrucken
Schreib auf, was heute auf der Startseite ist. Dann baut ihr den Feed eine Woche lang um — mit den vier Werkzeugen: suchen statt scrollen, Langweiliges sofort wegwischen, „Interessiert mich nicht“ drücken, jeden Tag ein Überraschungsklick. Nachher vergleichen: Der Feed ist wie ein Spiegel. Er zeigt dir vor allem, was du selbst angeklickt hast. Auf Seite 2 ist Platz für dein eigenes Experiment.
Das Experiment machst du zusammen mit einem Erwachsenen am Familien-Gerät.
Mitmach-Seiten
Alle sechs Aufgaben aus dem Buch, groß und mit Platz zum Schreiben:
- Der Startseiten-Vergleich
- Der Papier-Algorithmus
- Die Kamel-Falle
- Das Futter-Experiment
- Der Letzte-Seite-Trick
- Errate meinen Feed
Wie im Buch: Bevor du die Startseite von jemand anderem anschaust: frag vorher! Den Feed am Familien-Gerät baust du zusammen mit einem Erwachsenen um, und das Von-selbst-Weiterlaufen schaltet ihr zusammen aus.
Mitmach-Blätter zum Ausdrucken
Die Kinder-Blätter: kostenlos, ohne Anmeldung. Das Buch selbst gibt es bei Amazon.
- Feed-Detektiv-ProtokollKommt bald
- Mitmach-HeftKommt bald
- MerkkarteKommt bald
- Merksatz-PosterKommt bald
- LehrerblattKommt bald
- KlassensatzKommt bald
Die Blätter zum nächsten Band automatisch bekommen? Eltern-Post bestellen – freiwillig, jederzeit abbestellbar. Eltern-Post
Für Erwachsene
Dieser Block richtet sich an Eltern. Er gibt die Eltern-Seite von Band 7 wieder, mit allen Quellen.
Worum es in diesem Band geht
- Was Ihr Kind zu sehen bekommt, wählt überwiegend die Maschine, nicht das Kind.
- Das Buch erzählt den Algorithmus bewusst weder als Monster noch als
Verschwörung — sondern als Rechenprogramm mit einem einzigen Auftrag: Ihr Kind möglichst lange in der App zu halten. Ob es ihm dabei gut geht, zählt nicht.
- „Noch ein Video“ ist keine Willensschwäche Ihres Kindes (und Sie haben auch nichts falsch gemacht), sondern Design: Autoplay und endloses
Scrollen sind absichtlich ohne natürlichen Stopp-Punkt gebaut.
- Die Geschichte setzt nicht auf Verbote. Sie zeigt: Wer versteht, dass
Klicks und Dranbleib-Zeit das Futter des Systems sind, kann seinen Feed selbst mitsteuern.
- Grundlage der ganzen Reihe: Moderne KI-Systeme berechnen
Wahrscheinlichkeiten. Sie können gleichzeitig hilfreich UND mit voller Überzeugung falsch sein. Kinder sollten einer KI nie ihren Namen, ihre Adresse, ihre Schule oder Geheimnisse anvertrauen — dieselbe Regel wie gegenüber Fremden.
Die Zahlen aus dem Buch — mit Quelle
- YouTube via Quartz (2018): Aussage des YouTube-Produktchefs gegenüber Quartz zum Anteil der Empfehlungen an der Sehdauer — rund 70 % der gesamten Sehzeit auf YouTube stammen aus Algorithmus-Empfehlungen.
- PNAS (2023): Peer-reviewte Studie zu YouTube-Empfehlungen, die die 70-%-Angabe als Fakt übernimmt — rund 70 % der Sehzeit algorithmusgetrieben.
- Ofcom (2025): Children’s Media Literacy Report — nur 44 % der 8- bis 9-Jährigen wissen, dass Algorithmen bestimmen, was sie zu sehen bekommen.
- Common Sense Media (2025): The Common Sense Census: Media Use by Kids Zero to Eight — nur 17 % der Eltern schauen bei Kurzvideo-Apps mit, gegenüber 62 % beim klassischen Videoportal.
- Pew Research Center (Februar 2026): „How Teens Use and View AI“ — Umfrage unter 1.458 Eltern-Teenager-Paaren in den USA, Erhebung Herbst 2025. U. a.: Nur 18 % der Eltern von Teenagern finden emotionale Unterstützung durch KI in Ordnung. pewresearch.org/internet/2026/02/24/how-teens-use-and-view-ai/
Reden Sie weiter
„Zeig mir mal deine Startseite — warum, glaubst du, zeigt dir die App genau DIESE Videos?“ (Lassen Sie sich erklären, statt abzufragen — nach diesem Buch ist Ihr Kind der Experte.) · „Lass uns unsere Feeds nebeneinanderlegen: Was ist bei dir anders als bei mir — und was haben wir beide wohl dafür angeklickt?“ · Und statt zu kontrollieren, machen Sie gemeinsam etwas: einmal zusammen Autoplay ausschalten, „Interessiert mich nicht“ ausprobieren und jeden Tag einen Überraschungsklick einführen. So merkt Ihr Kind, dass es selbst etwas ändern kann.
Mehr davon? Der Eltern-Guide und die Eltern-Post — hier entlang.
Für die Schule
Für eine Unterrichtsstunde „Warum zeigt mir die App genau das?“: Lehrerblatt mit Ablauf für 45 Minuten, Lösungen und Gesprächsfragen, dazu die Mitmach-Seite als Klassensatz. Kostenlos.










