
Band 5 von 11
Fremde im Spiel-Chat
wer ist wirklich am anderen Ende?
ab 7 Jahren
Das knacken die drei
- 1Nett schreiben kann jeder. Nett ist eine Verpackung, keine Information.
- 6Gute Geheimnisse kitzeln. Drückt eins im Bauch? Raus damit — zu einem Großen, dem du vertraust.
- 10Blockieren — Melden — Bescheidsagen. Hilfe holen ist der stärkste Zug, auch wenn was schiefgelaufen ist.
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- 1Nett schreiben kann jeder. Nett ist eine Verpackung, keine Information.
- 2Im Spiel-Chat siehst du nicht, wer jemand ist. Du siehst, was jemand über sich tippt.
- 3Eine Stimme beweist nichts. Mit einem Knopf kann ein Erwachsener wie ein Kind klingen.
- 4Prüffrage für neue Leute im Spiel: Was will die Person von dir?
- 5Kennt dich jemand nur online und will woanders schreiben? Die Person will, dass keiner mitliest.
- 6Gute Geheimnisse kitzeln. Drückt eins im Bauch? Raus damit — zu einem Großen, dem du vertraust.
- 7Blockieren ist wie eine Tür — deine Tür. Melden schützt dich und das nächste Kind.
- 8Petzen heißt: jemanden reinreiten. Melden heißt: jemanden schützen.
- 9Egal ob online oder im Hof: Soll eine Freundschaft heimlich bleiben, stimmt was nicht.
- 10Blockieren — Melden — Bescheidsagen. Hilfe holen ist der stärkste Zug, auch wenn was schiefgelaufen ist.
Weiterforschen
Willkommen
Du kennst jetzt den Spezial-Zug: Blockieren, Melden, Bescheidsagen, und jeder darf ihn machen, immer, auch wenn vorher was schiefgelaufen ist.
Merksatz: Blockieren — Melden — Bescheidsagen. Hilfe holen ist der stärkste Zug, auch wenn was schiefgelaufen ist.
Die Spiel-Chat-Ampel zum Ausdrucken
Die Spiel-Chat-Ampel ist der Drei-Fragen-Check zum Ausdrucken: drei Fragen, zehn Sekunden, für jeden neuen Kontakt im Spiel, und bei Grün heißt es: Weiterbauen. Auf Seite 2 trägst du ein, wo in deinem Lieblingsspiel der Melde-Knopf ist, und zwar zusammen mit einem Erwachsenen, BEVOR du ihn brauchst.
Mitmach-Seiten
Alle sechs Aufgaben aus dem Buch, groß und mit Platz zum Schreiben und Malen:
- Der Drei-Fragen-Check.
- Das Quatschfragen-Spiel.
- Das Stimmen-Experiment.
- Der Bauchweh-Test für Geheimnisse.
- Finde den Melde-Knopf — BEVOR du ihn brauchst.
- Gib den Spezial-Zug weiter.
Aus dem Buch (gut sichtbar setzen, nicht kürzen): Und egal, wie nett jemand ist: Verrate nicht, wie du heißt, auf welche Schule du gehst oder wo du wohnst, und schick keine Fotos von dir. Will dich jemand aus dem Spiel in echt treffen? Sofort Bescheid sagen.
Mitmach-Blätter zum Ausdrucken
Die Kinder-Blätter: kostenlos, ohne Anmeldung. Das Buch selbst gibt es bei Amazon.
- Spiel-Chat-AmpelKommt bald
- Mitmach-HeftKommt bald
- MerkkarteKommt bald
- Merksatz-PosterKommt bald
- LehrerblattKommt bald
- KlassensatzKommt bald
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Für Erwachsene
Warum dieses Buch jetzt wichtig ist
Fremden begegnen Kinder zwischen 7 und 10 online meist nicht auf Social Media, sondern im Chat ihres Lieblingsspiels. In einer irischen Befragung von fast 4.000 Kindern zwischen 8 und 13 gaben 43 % an, online mit Fremden zu sprechen (CyberSafe Ireland, 2019). Die US-Meldestelle NCMEC registrierte 2025 rund 1,4 Millionen Meldungen zu sexuellen Annäherungen an Kinder im Netz — 158 % mehr als im Vorjahr (NCMEC CyberTipline, 2026). Und in Spiele-Chats kann ein gefährliches Gespräch laut Analyse schon 19 Sekunden nach der ersten Nachricht beginnen; der Durchschnitt liegt bei 45 Minuten (WeProtect Global Alliance/Crisp, 2023).
Was dieses Buch bewusst anders macht
Kein „Sprich nie mit Fremden“ — diese Regel schützt online nicht, denn wer sich an Kinder heranmacht, kommt als nettes, scheinbar gleichaltriges Kind mit denselben Hobbys, nicht als gruseliger Fremder. Das Buch trainiert stattdessen, VERHALTEN zu bewerten: Geschenke mit Gegenforderung, exklusive Nähe, Geheimhaltungsdruck und der Wunsch, den Chat-Ort zu wechseln, sind die typischen Stufen, mit denen sich Täter heranmachen — und der Wechsel-Wunsch („da ist es privater“) ist das wichtigste einzelne Warnsignal, weil er die Aufsicht im Spiel umgeht. Sexuelle Inhalte, Bildforderungen und sexuelle Erpressung haben im Kindertext bewusst keinen Platz; Druck und Drohung zeigt Kapitel 8 nur so weit, dass Ihr Kind sie erkennt. Ihr Kind lernt, die Kette FRÜH zu stoppen: Blockieren, Melden, Bescheidsagen.
Das wichtigste Versprechen, das Sie geben können
„Egal, was passiert ist oder was du schon verraten hast — wenn du es mir erzählst, bekommst du keinen Ärger, und ich nehme dir nicht das Spiel weg.“ Angst vor Ärger und Geräte-Entzug ist ein häufiger Grund, warum Kinder schweigen — und Schweigen ist genau das, was Täter brauchen. Hilfe holen ist mutig — das ist der wichtigste Satz dieses Buches (vgl. Google „Be Internet Brave: When in Doubt, Talk It Out“).
Reden Sie weiter — beiläufig, wie über den Schultag
„Mit wem hast du heute gespielt — und wen davon kennst du aus dem echten Leben?“ · „Hat dir online schon mal jemand etwas geschenkt, dir viele Komplimente gemacht oder dich gebeten, woanders weiterzuschreiben?“ (Das sind die drei häufigsten Einstiege.) · Und suchen Sie einmal GEMEINSAM den Melde-Knopf im Lieblingsspiel Ihres Kindes — bevor er gebraucht wird.
Wenn schon etwas passiert ist
Ruhig bleiben und Ihrem Kind danken. Nichts löschen: Chatverlauf und Profilnamen per Bildschirmfoto sichern — aber nur Text. Nacktbilder Ihres Kindes nie selbst speichern oder weiterleiten, auch nicht als Beweis; das Gerät so, wie es ist, der Polizei zeigen. Nichts zahlen, nichts nachschicken, den Täter nicht selbst anschreiben. Dann blockieren und melden — und bei Drohungen, sexuellen Nachrichten oder Bildforderungen die Polizei einschalten.
Hilfe und Meldestellen
Österreich: Rat auf Draht 147 · Meldestelle Stopline.at — Deutschland: Nummer gegen Kummer 116 111 (Kinder und Jugendliche), Elterntelefon 0800 111 0 550 · jugendschutz.net — Schweiz: Pro Juventute 147.
Quellen
Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus diesen Quellen:
- CyberSafe Ireland (2019): Jahresbericht, Befragung von 3.867 Kindern zwischen 8 und 13 Jahren in Irland — 43 % sprechen online mit Menschen, die sie im echten Leben nie getroffen haben.
- NCMEC — National Center for Missing & Exploited Children (2026): CyberTipline-Daten 2025 — rund 1,4 Millionen Meldungen zu sexuellen Annäherungen an Kinder im Netz (Online Enticement), 158 % mehr als 2024.
- WeProtect Global Alliance, Global Threat Assessment 2023 (Daten: Crisp): Analyse von Grooming-Gesprächen auf Gaming-Plattformen — ein Hochrisiko-Gespräch kann 19 Sekunden nach der ersten Nachricht beginnen, im Durchschnitt nach 45 Minuten.
- Google (o. J.): Programm „Be Internet Awesome“, Baustein „Be Internet Brave: When in Doubt, Talk It Out“ — Grundlage des Satzes „Hilfe holen ist mutig“ (keine Zahl).
Mehr davon? Der Eltern-Guide und die Eltern-Post — hier entlang.
Für die Schule
Soll deine ganze Klasse den Spezial-Zug lernen? Zeig diese Seite deiner Lehrerin oder deinem Lehrer. Hier kommt bald alles für eine Schulstunde: ein Blatt für Lehrerinnen und Lehrer und die Mitmach-Seite als Klassensatz.










